Jonathan SchwartzAktuelles

Offener Brief zu unserer aktuellen Situation auf dem Wochen-/Weihnachtsmarkt in Flensburg

Frust statt „Hygge“: Neue Regelung auf Flensburger Weihnachtsmarkt führt zu Ausschluss vom Weihnachtsgeschäft

Vorab: Liebe Kunden in Flensburg, wir bedauern es sehr und sind sehr traurig, dass wir euch diese Woche und wenn es so bleibt, die gesamte Adventszeit über nicht mit unseren sonnigen Köstlichkeiten erwärmen dürfen. Auch für unsere Mitarbeiter ist die Situation nicht besinnlich, denn diese sind nun an den Flensburger Markttagen zum Nichtstun verdammt.

Offener Brief an

  • Oberbürgermeisterin von Flensburg Simone Lange
  • Gorm Casper, Geschäftsführer der Tourismus Agentur Flensburger Förde GmbH

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Casper,

leider haben unsere sachlichen und freundlichen Bemühungen um einen Kompromiss keinen Wiederhall gefunden. Da es um die Existenz unserer Mitarbeiter sowie die Belange unserer Kunden geht, können wir dies nicht akzeptieren und sehen uns nun zu diesem Schritt gezwungen, nämlich dem an die Öffentlichkeit zu gehen.

Es ist ein Skandal, dass man uns daran hindert und seit neuestem sogar behindert Teil des Flensburger Wochen-/Weihnachtsmarktes zu sein.

Diese Zumutung von einem Platzhalter mussten unsere Mitarbeiter am frühen Mittwochmorgen entdecken, als sie guter Dinge unseren Wagen parken wollten. All die Jahre standen wir zur Adventszeit auf diesem Platz, nun muss ausgerechnet zur Coronazeit eine Sitzgelegenheit dort platziert werden, welche zum Verweilen einlädt. Das schlägt dem Fass den Boden aus.

Eine Skandal und eine absolute Katastrophe für unsere Mitarbeiter, deren Arbeitstag mit der verfrühten Rückkehr zur Firma gelaufen war, für unsere Kunden, die uns gesucht und nicht gefunden haben und für unsere frische Ware. Vieles konnten wir, da es gekühlt ist, im Laden verkaufen oder wieder ins Lager stellen. Aber die vielen backfrischen Brote mussten wir am gleichen Tag verschenken, um keine Lebensmittelverschwendung zu erleben.

Zum Glück sind unsere Kunden so auf Zack, dass wir kurzerhand eine Aktion über Social-Media daraus machen konnten. Dennoch eine reine Notlösung und auch aus finanzieller Sicht nicht zu rechtfertigen.

Was die Situation zusätzlich erschwert ist die Tatsache, dass unsere Gesprächsbereitschaft weder bei der Stadtverwaltung noch bei dem Organisator, der Tourismus Agentur, auf Interesse stößt. Dabei würden wir gerne wissen, warum man uns von der Teilhabe sowohl am Wochenmarkt als auch am Weihnachtsmarkt ausschließt.

Wir wären gerne Teil einer der Märkte gewesen, doch man hat uns erst vergessen, dann ignoriert und am Ende wollte es keiner gewesen sein.

Wir haben in unserem Schreiben Lösungsvorschläge unterbreitet und immer wieder Gesprächsbereitschaft signalisiert. Doch es sieht sich anscheinend niemand zuständig oder unsere Apelle landen direkt im Schredder. Das kann nicht das Handeln einer Stadt wie Flensburg sein. Wir sollen dafür bezahlen, dass die Behörden nicht ordentlich miteinander kommunizieren. Das kann es einfach nicht sein.

Dieses Schreiben ist bis zur gütlichen Einigung auf unserer Homepage veröffentlicht und wird regionalen und überregionalen Medien/der Presse zur Verfügung gestellt.

Köstliche Grüße
Ihr Toni Celjak

Kurzzusammenfassung der Ereignisse

Mitten in den Vorbereitungen zur Adventszeit (u. a. Anwerbung neuer Mitarbeiter) erfahren wir im September, dass keine Fahrzeuge mehr auf dem Weihnachtsmarkt zugelassen werden.

Es wurde eine Hütte angeboten. Aber da wir mit frischen Lebensmitteln handeln, können wir mit einer Hütte nichts anfangen, da ausreichend Kühlung benötigt wird. Und so schnell alles Nötige zu organisieren und erneut, nach der Anschaffung eines eigenen Verkaufswagens vor 3 Jahren, für den Flensburger Weihnachtsmarkt viel Geld in die Hand zu nehmen, ohne zu wissen, ob der diesjährige Weihnachtsmarkt pandemiebedingt auch wirklich stattfindet, war kurzfristig nicht möglich.

Nach Kenntnis dieses Beschlusses war der Stand im September: kein Weihnachtsmarkt für uns. Leider war der Informationsfluss zwischen der Tourismus Agentur Flensburger Förde, Ordnungsamt und Wochenmarkt sehr schlecht oder er hat gar nicht stattgefunden, denn uns hatte ab diesem Zeitpunkt keiner mehr auf dem Zettel und das als langjähriges und etabliertes Mitglied des Weihnachtsmarktes und vor allem des Wochenmarktes.

Die Organisation des Wochenmarktes ging also nun davon aus, dass wir auf dem Weihnachtsmarkt sind, die des Weihnachtsmarktes dachte wir sind auf dem Wochenmarkt. Aufgefallen ist dies aber erst, als unser Store-Manager in Flensburg auf der Skizze der ersten Wochenmarktsplanung für die Zeit während des Weihnachtsmarktes nirgends Ellas entdecken konnte. Alle Fahrzeuge, alle Händler wurden vermerkt, nur Ellas nicht. Als wir das in Erfahrung brachten, dachten wir, was soll schon sein, wir stehen da, wo wir immer stehen, gegenüber der Holmpassage, als Teil des Wochenmarktes.

Kurz darauf haben wir darüber mit dem Ordnungsamt gesprochen. Dieses hatte keine Bedenken. Wir sollten das Ganze nur noch mal mit der Tourismus Agentur absprechen. Dort wollte davon aber keiner was wissen. Das war drei Wochen vor Beginn des Weihnachtsmarkts. Zu diesem Zeitpunkt hatte uns immer noch niemand auf dem Zettel.

Wir dachten, wenn wir (aufgrund des Beschlusses) schon nicht beim Weihnachtsmarkt dabei sein dürfen, dann können wir wenigstens als Teil des Wochenmarktes dabei sein. Schließlich befindet sich unser Stammplatz im Grenzbereich. Wir haben auch verschiedene Zeiten angeboten. Aber keine Bewegung von niemandem.

Wir sollten das Geschäft nun wegen politischer Entscheidungen in die Nikolaistraße verlagern. Doch der Standort wäre ca. 25 Meter vom Holm entfernt. Dort kann uns keiner sehen und es gibt dort auch keine Laufkundschaft, alleine schon, weil wir dort der einzige Stand wären.

Vom Wochenmarkt ist der Standort 500 m entfernt, vom ersten Stand sogar 1 km. Man kann sagen, wir wurden ins Abseits gestellt.

Am 22.11. haben wir einen ausführlichen Brief mit Vorschlägen und Willen zur Kompromissbereitschaft an die beteiligten Institutionen geschrieben. Auf diesen hat sich bisher niemand zurückgemeldet (Stand 25.11.).

Schreiben an alle Beteiligten vom 22.11.2021

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